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Besuch aus Sprockhövel und Hattingen im Düsseldorfer Landtag

Politikverdrossenheit – was die da reden! Im Landtag, im Bundestag. Verstehe ich sowieso nicht. Die leben doch in ihrer eigenen Welt und reden mit uns Bürgern sowieso nicht. Diese Sprüche hört man öfter. Doch ist das so? Trifft man Politiker wirklich außerhalb des Wahlkampfes nicht mehr in ihrem Wahlbezirk? Oder kann man sie vielleicht auch einmal an ihrem Arbeitsplatz treffen? Einfach so? Na ja, ganz so einfach ist das nicht – aber machbar! Das erlebten jetzt Sprockhöveler und Hattinger Bürger beim Besuch im Düsseldorfer Landtag. Sie trafen dort den heimischen Landtagsabgeordneten Bodo Middeldorf (FDP).

Planen muss man den Besuch allerdings schon. An einigen Tagen im Jahr, in der Regel während der Plenarsitzungen, ist es möglich, den Landtag zu besuchen und mit Abgeordneten zu sprechen. Zum Besuch bei Bodo Middeldorf reiste eine Gruppe mit öffentlichen Verkehrsmitteln an, andere kamen im privaten PKW. Mit S-Bahn, Regio und Straßenbahn unterwegs – da lernt man seine Mitreisenden ziemlich schnell kennen. Da ist jemand, der persönlich von der Trassenführung der Umgehungsstraße in Sprockhövel betroffen ist. Für ihn ist es eine „Teilungsstraße“ – nichts gegen eine echte Umgehung, aber dort, wo sie jetzt geplant ist – nein, davon hält er nichts. Da will er Bodo Middeldorf, den verkehrspolitischen Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, gern mal was fragen. Und ein Hattinger ist leidenschaftlicher Fahrradfahrer, kommt vom Verein „Pro Rad“ und möchte gerne über das Fahrrad als Zukunftsfortbewegungsmittel sprechen. Erstmal bewegt sich bei der Anfahrt zum Landtag aber nichts – leichte Verspätung.

Düsseldorf Hauptbahnhof, rein in die Straßenbahn zum Landtag. Sicherheitscheck. Alles gut? Fast! Da ist jemand, der hat zwei Sprühflaschen in der Handtasche – ich bin das: Haarspray und Parfum. Ich frage den freundlichen Ordner, ob er mal schnuppern möchte. Er lacht, möchte aber nicht. Wir werden abgeholt und bekommen erste Erläuterungen. Die Gruppe fragt nach, wie das so organisiert ist im Landtag im Plenarsaal. Erste Bilder und erste Erläuterungen, wer wo sitzt. Es gibt übrigens über zwanzig Stenographen, die alles (wirklich alles!!! Jeden Zwischenruf!!!) protokollieren und alle sieben bis acht Minuten ausgetauscht werden. Denn die Geschwindigkeit des Schreibens ist unfassbar. Wir bekommen ein Bild gezeigt – kann nix lesen! Aber dann gibt es die lesbare Vorlage per zweites Bild dazu. Besser. Dann kommt jemand und bringt die Gruppe zur Tribüne. Eine Stunde verfolgen wir nun die Plenarsitzung. Es geht um das Gesetz zur Änderung des Abschiebungshaftvollzugsgesetzes NRW. Danach geht es um neue Technologien im Straßenbau in den Niederlanden. Straßen, Wege und Radwege sollen aus recyceltem Plastik hergestellt werden. Na gut, es stellt sich in der Diskussion heraus, dass es erstmal ein Modellversuch an einem dreißig Meter langen Stück Radweg ist. Ein Projekt eines privaten Unternehmers. Uninteressant ist das aber nicht – Überweisung an den Verkehrsausschuss. Spätestens da trifft der Abgeordnete Bodo Middeldorf auf das Thema.

Wir werden schon wieder abgeholt und diesmal geht es zum Gesprächstermin mit Bodo Middeldorf. Der erklärt erstmal etwas zu seiner Arbeit und wie das so läuft. Na gut, der Landtag arbeitet jetzt nicht nach dem Spanischen Hofzeremoniell, aber es geht schon ziemlich streng zu: Wer was wann und wie lange in welcher Reihenfolge sagen darf – alles geregelt durch Tagesordnung und Rednerliste. Muss aber auch so sein, sonst endet das im Chaos. Middeldorf berichtet von Diskussionsinhalten wie Dieselfahrverbote. Hier will die NRW-Regierung Druck machen in Richtung Bund – der soll einen rechtsverbindlichen Rahmen schaffen und die Autoindustrie soll nachrüsten. Im Moment könnte man noch nicht einmal auf eigene Kosten tätig werden – dann erlischt die Betriebserlaubnis vom Fahrzeug. Nach dem Auto kommt das Thema Fahrrad – Middeldorf erklärt, die Regierung habe für dieses und nächstes Jahr den fahrradbezogenen Haushalt deutlich erhöht. Mehr Geld also. Die Vielseitigkeit der Fahrräder führt auch zu steigender Attraktivität. Und wer mit dem Auto einen Parkplatz in einer Großstadt suchen muss, der ist mit dem Fahrrad besser unterwegs. Trotzdem gibt es Probleme, zum Beispiel mit Radwegen und fehlender Beschilderung. Könnte ein neuer Termin für den Landtagsabgeordneten werden: eine Einladung von „Pro Rad“.

Dann die Umgehungsstraße Sprockhövel – übrigens auch mit durchgängigem Radweg geplant. Sogar mit Brücke. Die Gruppe kommt in den Gesprächen auf das Thema Plastik und Müll – und landet darüber wieder bei der Modellversion der Straßen aus recyceltem Plastik. Das große Thema Energie, verknüpft mit der Dramatik um den Hambacher Forst. Middeldorf erläutert eine Website www.smard.deDie Bundesnetzagentur stellt hier den erzeugten Strom aus unterschiedlichen Energieträgern dar und den aktuellen Verbrauch. Spannend.

Man könnte so viele Themen ansprechen, aber dann werden wir schon wieder abgeholt – diesmal zu Kaffee und Kuchen mit Blick auf den Rhein. Danach geht es mit Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurück in den Wahlkreis von Bodo Middeldorf – mit Stau auf der Straße und Verspätungen auf der Schiene. Das Thema Verkehr ist und bleibt spannend.

Übrigens: Im Wahlkreis ist der Landtagsabgeordnete natürlich immer wieder unterwegs: Mal besucht er eine Veranstaltung, mal trifft er sich zu persönlichen Gesprächen und als Stadtverbands- und Fraktionsvorsitzender der Sprockhöveler Liberalen will die Arbeit im Stadtrat ja auch erledigt werden.

Und wenn Sie ihn treffen – sprechen Sie ihn an! Oder schreiben Sie ihm eine Mail unter bodo.middeldorf@landtag.nrw.de Oder Sie besuchen ihn einfach mal im Landtag!